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Russische Ersatztypen
In den letzten Jahren tauchen
bei diversen Versandhäusern für elektronische Bauteile immer
wieder Restbestände russischer Empfängerröhren auf. Da
diese Röhren teilweise für einen Stückpreis von unter
0,50 € angeboten werden lag es nahe, diese Röhren etwas näher
unter die Lupe zu nehmen. Auf der Suche nach geeigneten Objekten für
unser Hobby, sind mir einige Typen besonders aufgefallen. Sie sind sowohl
was den Preis betrifft, als auch was die universelle Verwendung angeht,
wirklich unschlagbar.
Da wir mit der Bestückung
unserer Oldtimer-Radios mit Originalröhren allmählich in Bedrängnis
geraten, müssen wir uns nach geeigneten Alternativen umschauen.
Sollen die alten Geräte hin und wieder ans Netz oder die Batterie
angeschlossen werden, um so ihr Können unter Beweis zu stellen,
ist die Originalbestückung fast zu schade. Um den Wert eines alten
Gerätes zu bewahren, sollte aber niemals eine Schaltungsänderung
vorgenommen werden. Da Röhren in aller Regel nur gesteckt sind,
ist ein Austausch gegen neuere Typen durchaus eine Maßnahme, ein
altes Gerät wieder in einen spielbereiten Zustand zu versetzen
ohne das ein Eingriff in die Schaltung vorgenommen werden müßte.
Ich denke, daß ein so restauriertes und spielbereites Gerät
eine größere Freude darstellt, als eine stumme Kiste im Regal.
Natürlich sollten die original Röhren auch wenn sie defekt
sind, auf jeden Fall beim Gerät verbleiben.
Die 2SH27L
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Doch nun zu den Röhren.
Als erstes möchte ich die 2SH27L
erwähnen. Unter dieser, nicht ganz korrekten Bezeichnung
ist eine russische Pentode in den Katalogen zu finden. Leider
kann ich den kyrillischen Zeichensatz hier nicht darstellen. Ich
habe daher die Originalbezeichungen der hier vorgestellten Röhren
in einem kleinen Bild zusammengestellt.
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Die 2SH27L
ist eine direkt geheizte Pentode und nach meinem Kenntnisstand
ein Nachbau der amerikanischen 1B4. Wie viele russische Röhren
besitzt sie eine Loktalfassung. Sie wird mit einer Heizspannung
von 2,2 Volt betrieben und benötigt dabei einen Heizstrom
von 57mA.
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Durch eine kleine
schaltungstechnische Änderung ist es auch problemlos möglich,
aus der Pentode eine leistungsfähige Triode zu zaubern. Näheres
hierzu können Sie den Ersatzschaltungen entnehmen. Wegen
der Heizspannung von 2,2 Volt kann die Röhre für die
2 Volt - Versionen alter Batterieröhren ohne zusätzliche
Bauteile verwendet werden. Will man die Röhre mit 4 Volt
heizen, ist ein entsprechender Vorwiderstand von Nöten. Mit
Hilfe des Ohmschen Gesetzes kommt man dabei auf einen Vorwiderstand
von ca. 32 Ohm. Ich verwende in meinen Schaltungen in aller Regel
zwei 15 Ohm Widerstände.
Auf dem Bild ist die 2SH27L mit zusätzlicher
Abschirmung (Lieferzustand) und im "geöffneten"
Zustand zu sehen.
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Die 4SH1L, 10SH1L
und 12SH1L
Drei weitere, sehr interessante
Röhren sind die 4SH1L, 10SH1L
und 12SH1L. Bei diesen Röhren handelt
es sich ebenfalls um Pentoden, allerdings mit indirekter Heizung. Die
erste Zahl gibt dabei die Heizspannung in Volt an. Ebenfalls mit Loktalfassung
ausgestattet, bietet die 4SH1L mit ihren
4 Volt Heizspannung einen idealen Ersatz für viele alte Schirmgitterröhren.
Die technischen Daten dieser Röhrenfamilie sind mit denen der legendären
Wehrmachtsröhre RV12P2000 identisch. Speziell die 12 Volt - Version
12SH1L ist dabei ein direkter Ersatz für
die RV12P2000. Lediglich der Sockel paßt nicht.
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Auf den beiden linken
Bilder sind die Sockelbeschaltungen der Loktalröhren zu erkennen.
Beachten Sie beim Ausbau der Röhren aus Ihren Abschirmbechern,
daß die Kennzeichnung der einzelnen Anschlüsse nicht
mehr zu erkennen ist. Die Heizwicklung kann jedoch mit einem Multimeter
recht schnell ermittelt werden und somit können auch die
restlichen Pins zugeordnet werden.
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Die 6SH1B
(6J1B)
Unter der Bezeichnung
6SH1B findet man in div. Katalogen
eine Subminiaturröhre. Sie wird auch als 6J1B
in den Vergeleichslisten geführt. Da ihr Preis bei ca. 0,25
€ pro Stück liegt, habe ich mir mal einige dieser kleinen
Dinger bestellt. Das rechte Bild zeigt eine solche Röhre.
Zum Größenvergleich habe ich ein Streichholz mit abgebildet.
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Die Röhre
ist eine typische Pentode in Subminiaturbauweise und wird
mit den üblichen 6,3 Volt / 200 mA indirekt geheizt.
Sie besitzt lange Anschlußdrähte mit denen sie
direkt in die Schaltung eingelötet wird. Entsprechende
Sockel sind eher selten zu finden. Ursprünglich wurden
diese Röhren meist in der Militärelektronik eingesetzt.
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Die einzelnen
Anschlüsse sind in einem Quetschfuß nach außen
geführt. Üblicherweise ist die Zählrichtung
mit einem Pfeil angegeben. Sollte dieser einmal wider Erwarten
fehlen, kann die Heizung schnell ausgemessen werden und
somit die Zählrichtung bestimmt werden.
Wegen der kleinen
Bauform eignet sich diese Röhre sehr gut für den
Ersatz alter Pentoden. Aber auch Trioden bzw. Tetroden (Schirmgitterröhren)
können damit gut nachgebildet werden.
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Der Einbau in
einen alten Sockel ist durch die langen Anschlußdrähte
sehr einfach möglich. Eventuell muß man den ein
oder anderen Draht mit einem Schlauch isolieren.
Wie sich die
Röhre bei einer Heizspannung von 4 Volt verhält,
konnte ich noch nicht ermitteln. Näheres hierzu werde
ich in den kommenden Wochen hier berichten. Als EF11
bzw. EF12 geschaltet funktioniert
die 6J1B auf jeden Fall so
gut wie das Original. Rechts im Bild kann man die Umsocklung
schön erkennen. Die Stahlkappe der alten Röhre
ist noch nicht aufgesetzt.
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