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Die Technik
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Natürlich können
in den wenigsten Fällen die Originalröhren direkt durch
die entsprechenden Ersatzröhren ausgetauscht werden. Fast
immer ist ein anderer Röhrensockel vorhanden oder es müssen
zusätzliche Bauteile zur Anpassung verwendet werden. Da wir
die eigentliche Schaltung des Radiogerätes auf keinen Fall
ändern sollten, muß die Anpassung in einem Zwischensockel
vorgenommen werden. Wie dies im einzelnen funktioniert, wird hier
näher beschrieben.
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Zunächst trennt
man das Glas alter, defekter Röhren vorsichtig
vom Sockel ab. (Bild 0) Durch leichtes
Drehen des Glaskolbens kann dieser recht gut vom Sockel gelöst
werden. Sobald dieser lose ist, erwärmt man mit einem Heißluftfön
(500°C) die Anschlüsse. Die eingelöteten Anschlußdrähte
sind dann ganz leicht aus dem Sockel zu ziehen. Ein kräftiges
Ausschütteln des Sockels sorgt dafür, daß auch
das letzte Lötzinn entfernt wird.
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Achtung:
Verletzungsgefahr durch Glasbruch !!!
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Da die Anschlüsse
der neuen Röhren nur sehr schwer oder überhaupt nicht
zu verlöten sind, nehme ich passende Steckbuchsen für
Lötnägel, die es im Elektronikladen im 100er Pack für
ca. 2 € zu kaufen gibt. Diese können dann einzeln über
die Anschlußpins (Bild 1) der
neuen Röhre gesteckt werden. Es ist dabei darauf zu achten,
daß es zu keinem Kurzschluß zwischen den einzelnen
Stiften kommt. An die Lötstifte werden dann die Anschlußdrähte
bzw. Bauteile gelötet.
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Jetzt gibt es zwei
Möglichkeiten, die neue Röhre im alten Sockel zu befestigen.
Legt man großen Wert auf das Aussehen, öffnet man den
zuvor entfernten Glaskolben etwas unterhalb des Sockels (also
dort, wo man die Nahtstelle nicht sieht, da sie im Innern des
Sockels liegt) Man kann jetzt das alte System komplett entfernen
und den eigentlichen Glaskolben über die zuvor eingelötete
Röhre stülpen. Bild 2 zeigt
vom System "befreite" Röhrensockel. Aber Achtung,
auch hier Verletzungsgefahr durch Glasbruch.
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Natürlich kann
der alte Kolben auch weggelassen werden. Speziell die russischen
Typen 2SH27L und 4SH1L haben einen schönen dicken Glaskolben
und sehen gar nicht so übel aus. Außerdem ist dann
für den Fachmann auch direkt zu erkennen, daß es sich
bei den Röhren nicht um die original Bestückung handelt.
Bei einem eventuellen Verkauf des Radios wäre eine zu perfekte
"Fälschung" nur sehr schwer zu erkennen. Auf jeden
Fall sollte darauf hingewiesen werden. Alles andere wäre
Betrug. Bild 5 zeigt übrigens
eine perfekte "Fälschung".
Jetzt werden neue Röhre und alter Sockel miteinander verlötet.
Das ist je nach Type etwas knifflig und man braucht etwas Übung.
Wichtig ist, daß man keinen Kurzschluß fabriziert.
Daher auch u. U. isolierte Kabel verwenden und besser einmal öfter
kontrollieren. Auch die eventuell notwendigen Bauteile müssen
im Sockel untergebracht werden.
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Zum Schluß muß
die neue Röhre noch im Sockel befestigt werden. Hier habe
ich verschiedene Möglichkeiten getestet. Am besten funktioniert
hat das ganze mit einem speziellen Bau- und Fliesenkleber, der
im Baumarkt erhältlich ist. Es handelt sich um einen fertig
angerührten Dispersionskleber, der sowohl im Sockel als auch
am Glas recht gut haftet. Außerdem ist er hitzebeständig.
Bild 2a zeigt den fertig eingefüllten
Kleber zwischen neuer Röhre und altem Sockel. Wem das weiß
nicht gefällt, kann nach dem Aushärten das ganze schwärzen.
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Die teigige Masse
fülle ich in eine große Einwegspritze. (ohne Nadel,
denn die ist viel zu dünn) Jetzt wird die Röhre und
auch der Sockel mit etwas Klebeband abklebt um diese nicht zu
verschmutzen. Ist die Röhre kleiner als der Sockel, wird
ein Wulst um die Röhre gelegt (Bild
2a) und die Röhre samt Sockel für 24 Stunden
fixiert. Steckt die Röhre fest im Sockel drin, so daß
zwischen Sockel und Glaskolben kein Platz mehr für den Kleber
vorhanden ist, bohre ich von unten ein kleines Loch in den Sockel
und fülle dort den Kleber ein.
Wichtig ist noch, daß vor Gebrauch der Röhre der Kleber
vollständig ausgehärtet ist. (Packungsbeilage des Klebers
beachten) Es kann ansonsten zu ungewollten Kurzschlüssen
im Sockel führen. Das war's im Prinzip schon. Vor dem Gebrauch
besser noch einmal die Röhre auf eventuelle Kurzschlüsse
prüfen.
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Hier kann man einige
Werke "bewundern" Bild 3
zeigt eine 2SH27L als RE134 geschaltet. Der alte Glaskolben
ist noch nicht darüber gestülpt.
Bild 4 zeigt eine DL92 die als
RES164 verwendet werden kann. Im Innern des Kolbens ist die
DL92 deutlich zu erkennen.
Bild 5 zeigt eine 4SH1L als REN904
geschaltet. Wegen der Metallisierung ist die Umsocklung nicht
mehr zu erkennen.
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Natürlich ist die Umsocklung einer Röhre immer ein Kompromiß.
Aber will man die alten Geräte öfter betreiben, kann
man dadurch die Originale schonen. Auch bei der Reparatur alter
Geräte sind diese Ersatzschaltungen sehr hilfreich. Erst
Recht, wenn einem im Moment die passende Röhre fehlt aber
das Gerät unbedingt spielen soll. Mir geht es jedenfalls
so.
So, und nun wünsche ich viel Spaß beim Basteln.
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