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Bauprojekt 2
Einfacher, modulierbarer AM-Sender zum Selbstbau |
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Wer
kennt das nicht? Da hat man wieder einen alten Einkreiser erstanden,
das gute Stück in mühevoller Kleinarbeit mit original Ersatzteilen restauriert
und nun will man zum krönenden Abschluß das Gerät betreiben. Doch was
kommt aus dem Lautsprecher? Entweder fast nichts weil man keine Hochantenne
besitzt oder aber, wie bei mir zu Hause, der nur drei Kilometer entfernte
MW-Sender auf 211 Meter. Manch einer mag jetzt denken „was für ein Glück,
wenn quasi in der Nachbarschaft ein leistungsstarker AM- Sender seine
Dienste anbietet", aber spätestens, wenn die Klänge von Michael Jackson
(die Fans mögen mir verzeihen) die Audion - Röhre ansteuern, ist die
Nostalgie dahin. Der Einkreiser wandert zu den vielen anderen ins Regal
und bleibt stumm.
Wie schön wäre es doch,
zeitgemäße Musik mit dem Gerät empfangen zu können. Aus diesem Grund
entwickelte ich eine kleine Schaltung, die es ermöglicht, ein beliebiges
NF- Signal amplitudenmoduliert in den MW- Bereich zu übertragen. Folgende Kriterien sollte die Schaltung erfüllen: - leichter und sicher Aufbau
Folgende Oszillatorfrequenzen wurden mit den verschiedenen Drosseln gemessen: L = 033 µH fres ca. 1760 KHz = 170m
Die
hier ermittelten Frequenzen weichen je nach Toleranz der Bauteile etwas
nach oben oder unten ab was aber in diesem Anwendungsfall nicht weiter
von Bedeutung ist. Zum Aufbau und Anschluß sei noch folgendes bemerkt.
Die Schaltung kann auf einer Lochrasterplatine erstellt werden. Als
Eingangssignal verwende ich einen Discman. Den HF- Ausgang verbindet
man direkt mit dem Antennenanschluß des Radios, den Masseanschluß mit
dem Erdanschluß. Sollte die HF- Spannung für den Empfänger zu
gering sein, wird der Poti R8 nicht bestückt und der Kondensator C3
auf 100pF vergrößert. Dadurch ist eine Ausgangsspannung von über zwei
Volt vorhanden, die auch einem „tauben" Empfänger genügend Eingangspegel
verschaffen dürfte. ACHTUNG ! ! !
Der
Betrieb dieser Schaltung, insbesondere an einer Antenne, ist natürlich
nicht gestattet, es handelt sich schließlich um einen MW- Sender. Jedoch
ist die abgegebene Leistung so gering, daß bereits die falsch eingestellte
Rückkopplung eines Radios mehr Störungen verursachen kann, als dieser
Oszillator. Desweiteren beachten Sie bitte, daß Sie mit dieser Schaltung
eventuell einen alten Netzempfänger betreiben wollen, der keine Netztrennung
besitzt wie zum Beispiel die Allstromgeräte. Am Chassis können dann
je nach Polung Netzpotential, also gefährliche 230V anstehen!
Verwenden
Sie als Signalquelle möglichst ein netzunabhängiges Gerät (Walkman,
Discman), um Schäden so weit als möglich auszuschließen. Beachten Sie
beim Betrieb alter Radios ferner, daß es sich teilweise um sehr alte
Geräte handelt, die den neuesten Sicherheitsbestimmungen in keiner Weise
mehr Rechnung tragen. Behalten Sie daher ein eingeschaltetes Gerät immer
in den Augen.
Da
die Bandbreite der Schaltung deutlich über den heute üblichen 4,5 kHz
liegt, können auch die alten „Spitzengeräte" mit variabler Bandbreitenregelung
wieder ihren ursprünglichen Klang darbieten, bzw. kann damit die Wirksamkeit
der Bandbreitenregelung überprüft werden.
Nun
wünsche ich viel Spaß und allzeit glühende Röhren bei den Klängen von
Lilian Harvey, Hans Albers oder den Comedian Harmonists. Dem Nostalgieempfang
mit Nostalgieradio steht nun nichts mehr im Wege.
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