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Wie ersetzt man eine
fehlende oder defekte Lautsprecherbespannung
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Immer wieder findet man alte Radios, deren Lautsprecherbespannung entweder total fehlt, oder aber so stark beschädigt ist, daß die Restauration nicht mehr möglich ist. Hier hilft nur noch eine neue Bespannung. Bevor man mit der Arbeit beginnt, sollte zuerst einmal ein passender Stoff gefunden werden. Das ist heute gar nicht mehr so einfach. Die frühen Geräte wurden häufig mit Seide bespannt, die es auch heute noch zu kaufen gibt. Auch findet man die passenden Farben, um Seide zu färben. Schwieriger wird es da mit den Stoffen der 30er bis 50er Jahre. Originalstoffe sind fast nicht mehr erhältlich. Ich bin daher immer mal wieder in den Stoffabteilungen verschiedener Kaufhäuser unterwegs. Manchmal wird man fündig. Sehr schöne Stoffe gibt's auch in der Polsterei. Häufig kann man Reststücke kostenlos mitnehmen. Ein Besuch lohnt da immer. Über einige Jahre konnte ich so viele unterschiedliche Muster und Farben bekommen.
Ist der Bezug erst einmal gefunden, gehts an die eigentliche Restauration. Ich erläutere hier die Bespannung am Beispiel eines Volksempfängers, VE 301 W. Fast jeder Sammler hat ein solches Gerät in seiner Sammlung. Der Vorgang ist aber auch auf andere Gehäuse übertragbar. Eventuelle Unterschiede werde ich im Text nennen.
Jetzt wird je nach Gehäuseöffnung
ein passendes Holzbrett mit der Stichsäge ausgeschnitten. Je
nach Gerät können das runde, quadratische oder rechteckige
Teile sein. Das Brett muß auf jeden Fall so groß sein,
daß es sowohl den Gehäuseausschnitt, als auch die Klebestelle
bedeckt. In diesem Beispiel benötigt man ein rundes Brett mit
einem Durchmesser von ca.19,5 cm. Ich verwende grundsätzlich
beschichtete Spanplatten. (Bild 2)
Jetzt kann der Stoff ausgeschnitten werden. Er muß ein gutes Stück größer als das Holzbrett geschnitten werden. In Bild 3 ist dies deutlich zu erkennen. Wird sehr dünner Stoff verwendet, sollte zwischen Brett und Stoff eine Folie gelegt werden. Gut geeignet ist diese Frischhaltefolie. Dies ist notwendig, damit beim späteren Kleben der Stoff nicht am Brett haften bleibt. Bei dicken Stoffen ist dies nicht notwendig. Auch haftet auf der Holzbeschichtung der Klebstoff nicht besonders gut. Dies ist auch ein Grund, warum ich diese Holzbretter verwende.
Nun beginnt der schwierigste Teil. Der Stoff wird auf das Brett gespannt. Hat der Bezug wie hier eine Maßerung, muß beim Spannen darauf geachtet werden, daß sich das Muster nicht verzieht. Dies würde nachher sehr unprofessionell aussehen. Man beginnt bei einem Linienmuster (so wie in Bild 4) immer oben und befestigt den Soff unter leichtem Zug abwechselnd oben und unten. In Bild 4 sind die einzelnen Befestigungspunkte der Reihe nach nummeriert. So verfährt man, bis der komplette Stoff am Brett befestigt ist.
Ist der Stoff befestigt, schneidet man die überstehenden Stoffreste ab. Da beim Einkleben die Musterung des Stoffes nicht sichtbar ist (das Gehäuse liegt ja wärend des Klebens auf der Front), sollte man eine entsprechende Markierung anbringen. Dies gilt natürlich nur bei runden Ausschnitten, welche ja beliebig gedreht werden können.
Nun erfolgt das Einkleben. Um den Stoff auf Holz oder Pappe zu kleben, eignet sich Holzleim (Ponal Express) recht gut. Er härtet gut aus und färbt nicht. Soll der Stoff, wie hier beim VE 301 W, auf Bakelit geklebt werden, verwende ich UHU Hart. Er härtet schnell aus und ist danach glasklar. Sowohl Stoff, als auch Gehäuseteil, sollte mit dem Klebstoff benetzt werden, da der Stoff eine hohe Saugwirkung besitzt und daher viel Kleber notwendig ist. Aber nur so viel verwenden, daß er nicht an der Seite austritt. Das könnte später von außen sichtbar werden. Das bespannte Holtbrett fixieren und über Nacht die Klebstelle aushärten lassen.
Abschließend noch einige Tipps und Bemerkungen. Benutzt man dünne Stoffe ist es ratsam, den Stoff vor dem Bespannen mit einem Stärkemittel zu behandeln. Auch die Folie zwischen Stoff und Brett nicht vergessen.
Ist der Originalstoff noch vorhanden und möchte man diesen wieder einkleben, ist er meist so knapp bemessen, daß das Aufspannen auf ein Brett nicht möglich ist. Hier hilft nur das direkte Einkleben ins Gehäuse. Man muß dann in mehreren Etappen kleben und zwischenzeitlich die Klebstelle aushärten lassen. Nur so kann der Stoff gespannt werden. Es wird dann abwechselnd, einmal oben und dann wieder unten, geklebt. Diese Art ist recht zeitaufwendig, Pro Tag sind nur einige Klebstellen durchzuführen.
Werden alte Stoffe gereinigt,
gehen sie fast immer ein gutes Stück ein. Waren sie vorher schon
recht knapp bemessen, so sind sie später zu klein. Das sollte
man auf jeden Fall berücksichtigen. Ich habe mir auf diese Weise
schon einmal eine komplette Bespannung eines VE's ruiniert.
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