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Wie entrostet man
Eisenteile
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Heute habe ich einen Tip, der nicht nur für Radiosammler interessant sein dürfte. Ich möchte Euch ein Verfahren vorstellen, mit dem man Eisenteile ganz bequem von Rost und anderen Ablagerungen befreien kann. Das Verfahren ist zwar seit langem bekannt, wird aber nur selten von Radio - Restaurateuren eingesetzt. Ich habe diesen Tip von einem Hobby - Schatzsucher erhalten. Das sind die Leute, die, bewaffnet mit modernsten Metalldetektoren und Schaufel, um alte Gemäuer schleichen, um dort nach verborgenen Schätzen zu suchen. Naja, ganz so schlimm sind die Schatzsucher nun auch wieder nicht. Es ist ein interessantes Hobby. Wir schleichen dafür in der Morgendämmerung über Flohmärkte und durchwühlen die Stände nach alten Radios. So, nun aber genug der einleitenden Worte, kommen wir zum eigentlichen Tip.
Solange angerostete Eisenteile eine ebene Fläche besitzen, kann man sie recht gut mit Feile, Schmirgelpapier und Stahlbürste reinigen. Allerdings hinterläßt auch die feinste Körnung immer noch mehr oder weniger tiefe Riefen. Besitzen die Teile dann noch kleinere Vertiefungen oder Rillen, so wird die Handarbeit recht zeitaufwendig. Man kann sich noch so viel Mühe geben, die Ränder und Ritzen werden einfach nicht sauber. Also muß eine andere Reinigungsmethode her. Ich habe zuerst das Ablaugen getestet. Da die hierfür notwendigen Chemikalien nicht überall erhältlich sind und das Verfahren zudem nicht ganz ungefährlich ist, habe ich davon abgesehen und möchte es hier auch nicht vorstellen.
Es gibt aber noch die Elektrolyse. Da es etwas mit Strom und Spannung zu tun hat, war ich gleich begeistert. Außerdem sind die notwendigen Materialien und Geräte in fast jedem Haushalt zu finden. Wir benötigen ein Kunststoffgefäß, welches groß genug ist, das angerostete Eisenteil aufzunehmen, ein Stück Edelstahl (V2A - Stahl), Waschpulver, Wasser sowie eine kurzschlußfeste, 12 Volt Gleichspannung mit Stromanzeige. Nun kann die Entrostung beginnen.
Ich habe mir aus Edelstahl eine Spirale gebogen (Bild 1), die genau auf den Boden eines Eimers paßt. Ein Ende der Spirale habe ich nach oben gebogen. Die Begründung folgt gleich. An das angerostete Eisenteil müssen wir nun noch einen Anschluß anbringen. Meist sind ja genügend Löscher oder ähnliches vorhanden, um eine lange Edelstahlschraube daran zu befestigen. Es muß eine leitende Verbindung zwischen Schraube und Eisenteil hergestellt werden.
Nun kommt die Spirale in den Kunststoffeimer. Zur Isolation lege ich auf die Edelstahlspirale zwei Holzleisten oder Kunststoffleisten. Auf die Leisten kommt dann das zu entrostende Eisenteil, die zuvor angebrachte Schraube zeigt nach oben. Die Reihenfolge ist in Bild 2 schön zu erkennen. Eisenteil und Spirale dürfen sich NICHT berühren. Nun wird der Eimer mit Wasser befüllt und zwar solange, bis das Eisenteil komplett im Wasser eingetaucht ist. Nur das eine Ende der Spirale und die Schraube schauen noch aus dem Wasser heraus.
Die Spirale verbinden wir nun mit dem Pluspol der 12 Volt Quelle. Den Minuspol verbinden wir mit der Schraube, also mit dem angerosteten Eisenteil. Nun rühren wir Waschpulver ins Wasser ein und stellen fest, daß allmählich ein Strom zu fließen beginnt. Es sollten aber 3 Ampere nicht überschritten werden. Die Fachliteratur sagt, daß bereits 0,5 Ampere für die Elektrolyse ausreichen. Mit einem etwas höheren Strom geht die Entrostung aber schneller voran. Das Waschpulver ist nur ein Ersatzstoff. Normal sollte Soda verwendet werden. Ich konnte aber keines auftreiben.
Jetzt wird auch klar, warum wir die beiden Anschlüsse außerhalb des Wassers gelegt haben. Wir können so besser die Anschlußklemmen anbringen. Außerdem werden die Klemmen bei der Elektrolyse nicht zersetzt. Den Strom lassen wir je nach Roststärke eine bis mehrere Stunden fließen. Ab und zu kann das Eisenteil entnommen werden und unter klarem Wasser gesäubert werden. Gummihandschuhe sind bei der Brühe von Vorteil. Nach einigen Stunden ist die Prozedur beendet und der Rost entfernt. Ich habe danach das Eisenteil mit einer rotierenden Stahlbürste (fein) entbehandelt. Der Rost war komplett entfernt, auch in den kleinsten Rillen. Das Eisenteil hatte nun eine silbergraue bis schwarze Färbung. Zum Schluß wurde es leicht eingeölt.
Das ganze sollte man aber im Freien oder bei guter Belüftung durchführen. Durch die Elektrolyse entstehen flüchtige Gase. Je nach Stromstärke kann sich das Wasser leicht erwärmen. Wie sich die Prozedur auf andere Metalle (Kupfer, Messing, usw) auswirkt, habe ich noch nicht überprüft. Die Elektrolyse funktioniert nur mit Gleichspannung.
ACHTUNG:
Zu diesem Thema erhielt ich im September 2002 von Roman Ginner aus Wien einen Leserbrief, welcher ich an dieser Stelle gerne anfügen möchte. Vielleicht gibt es ja noch andere Sammler, die nützliche Informationen zu diesem Thema beitragen können.
Grüsse aus Wien Eine kleine Korrektur beim elektrolytisch - Entrosten - Rezept: "Waschsoda" statt "Waschpulver" Elektrolyse funktioniert mit allem was sich in Wasser löst und den Strom leitet. Also auch mit "Weissem Riesen" oder "Meister Proper". Der Witz an Waschsoda (Natriumcarbonat) ist seine starke Alkalinität. Eisen ist in alkalischer Umgebung rostbeständig. Siehe Eisen im Beton. In einer stark alkalischen Lösung bleibt der schwarze Eisenschlamm liegen. Unter pH 7,6 wird der Schlamm rotbraun.
Waffenmeister und Verchromer
nehmen Kalilauge. Das Kalilaugerezept ist in öffentlich zugänglichen
Bastlerpages nicht zu verantworten. Kalilauge ist für den Nichtprofi
zu gefährlich. Kalilauge gehört zu den Stoffen, welche die
menschliche Hornhaut flott auflösen, und zu verbrennungsartigen
Wunden führen. Ein Spritzer ins Auge ---und Blind. Auch unsere
Chemiker, denen meist vor NICHTS graut, haben Respekt vor dem Zeug. Nachdem ich schon einmal
einen DKE repariert habe, (Funkenüberschläge in VCL11 durch
unkontrollierte Rückkopplung,....... nach tagelanger Fehlersuche
behoben durch Anderslagern der Spulenzuleitungen) hab ich Respekt
vor den Röhrenzauberern. Mit Lieben Gruessen, Roman Ginner
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